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von Michael

Tja, blöde irritierende Sprüche hinsichtlich der Schwimmbedingungen hatte ich mir im Vorfeld schon anhören dürfen – „Schlimmer als Limmer geht nimmer“ bis hin zu - coole Wasserqualität aber halt recht algig, und - bei Tiefwasser könne man bei Massenstart am Randbereich genauso gut Crosslauf durch die Algen machen. Immerhin - Wettertechnisch hatte sich der Sommer rechtzeitig noch eingerenkt u bescherte uns zur Startzeit um 15:45 stolze 24 Grad, so dass bei Jonas der Neo nicht einmal zur Diskussion stand. Die Wassertemperatur lag dann aber doch schon bei mind 19 Grad, ich wusste – das ist jetzt das geringste Problem – das war es auch überhaupt nicht. Die Temperatur war ja prima...

Ich dachte mir einfach – bei meinem ersten Ligastart für bzw. mit dem TSV - hab Respekt vor dem, was Dir andere Erprobte bereits dazu sagen können, und rechne mit dem Schlimmsten, dann ist es sicher nur halb so wild. Oder, wie ich es dann auch tat – einfach voller Vorfreude an den ersten Start mit meiner - nicht nur zahlenmäßig gut aufgestellten Truppe – (wir waren insgesamt 4 Frauen und 7 Männer) - und mit Neo rein und los.

Das Hinabgleiten an schräger algig-rutschiger Steinkanalwand ohne möglichen Direkt-Zurück-Ausgang erzeugte so ein gewisses Gefühl, dass es auch weiter arg algig und fas ausweglos weiterginge. Ich wurde nicht enttäuscht. Kurz vor Start bemerkten die Füsse bereits seltsame Untiefen durch fleißige Gewächse, aber nur punktuell. Denn es hieß andererseits gleich: Freiwasserstart! Endlich ging es los.
TriathlonLimmer

Die 750 m mit Umrundung nach knapp halber Distanz um die Tonne gestalteten sich bei üblichem Massenstart erwartungsgemäß auf den ersten 300 m auf Konkurrenzgerangel-Kurs am schwierigsten. Ich kam mir vor wie in einer Gruppe voller erwachsener Lachse auf dem Weg zu ihrem Ursprungsbach, alle voller Elan, möglicherweise auch paarungsbereit(?), jedenfalls so aktiv über die anderen hinweggleitend, als wenn es um das berühmte letzte zu bestehende Abenteuer im Kampf um die besten Laich- und Algenplätze in ihrem Leben vor ihrem letzten Atemzug ginge. Man arrangierte sich, versuchte mögliche Tritte von Füßen in Gesichtsnähe gar nicht erst zu riskieren und begab sich mangels Alternative in eine mittlere Pole-Position, um sich im Kampf um die besten Schwimmbedingungen die optimale Route für die nächsten 5 bis 15 m zu sichern. Dann weitete sich endlich das Feld u man konnte mit der gewohnten Routine 3erzug-mäßig re u li das Ufer bzw. die Richtung abschätzen, ohne ständig nach vorn zu schauen. Der Wassereintritt in der Brille wurde mittels beherzten Fingerdruck auf die Gläser ignoriert und als chlorfrei registriert und verdrängt. Die optimale Bahn ohne wesentlichen Algenärger war tatsächlich auf einmal auf dem Tonnenhinweg gefunden, und ich ging von einer nun routinierten Rundfahrt aus. Leider wurde ich kurz nach Umrunden der Tonne unterhalb der Brücke eines Schlechteren belehrt: die Algen wollten meine Uhr – ich blieb mit ihr an Ihnen hängen, musste mir Wege nach re u links bahnen u wurde zeitgleich von hinten durch nachfolgende Mitstreiter fast heruntergedrückt... Brustschwimmen war kurzfristig immer wieder angesagt, um Spuren verschluckten Wassers gar nicht erst massig einzuatmen und sich nach Schwimmerfreier Zone hinter mir wieder ins Kraulen begeben zu können, um endlich wieder in das harmonische Vortriebgleiten unter Neo-Unterstützung zu gelangen.

Es gelang, teils schwer atmend, teils 2erZug technisch, allerdings schon unter dem Bewusstsein – Dein Durchschnittspuls kannst Du jetzt nicht sehen, Du willst es wahrscheinlich auch nicht.

Aber auch diese 750m waren endlich vorbei und zugegeben schon ziemlich erschöpft war ich dankbar für ziehende Hände an der Metalleiter.

Endlich Routine, der Neo wurde vernünftigerweise nach Erreichen festen Bodens laufend auf Halbmast gelassen, die Wechselzone jedoch hochpulsig angesteuert. Der Neo bzw. meine Füsse kämpften auf dem Handtuchplatz den üblichen „Lass mich doch endlich frei, aber wie denn, Du stehst doch noch in mir“- Kampf. Immerhin - Die Pumpe funktionierte, nur die Beine sagten bereits – wann willst Du endlich mal dat Laktat abatmen? Keine Zeit, erstmal aufs Rad u bei Rückenwind auf bzw. ausatmen, dachte ich jedenfalls.

Aber der Wind hatte sich vom Flachland frecherweise bis in Hannoversche Tiefebene vorgewagt und versprach kontinuierlichen Gegenwind trotz allmählicher kreisovaler Rundfahrt. Also nix mit Reinkommen, sondern eher – wann kannst Du endlich dem Tacho beweisen, dass hier gerade ein Sprint-Tri stattfindet? Ja, im Schnitt 32 km/h, aber es sollen doch nur weniger als 20km sein....Ich übernahm die Hügeltaktik – bei leichten Ansteigungen mit noch höherem Gang u notfalls Wiegetritt die letzten Höhenmeter der jeweiligen Kuppel Gas gegeben, selbiges bei Abfahrten mit sanftem Vollgas ohne Überreizen und Hoffen auf das talige Endstück. Das motivierte, ich ließ Stück f+r Stück vor mir Auftauchende Radler hinter mir. Aber: Irgendwie ging es aber immer nur leicht bergauf...??? Zwischendurch erlaubte ich mir das Schielen auf meinen Puls u bereits zurückgelegte Km – mein Körpergefühl betrog mich nicht, ich war bereits auf bzw. über meiner Laktatschwelle ohne sie wirklich zu unterschreiten, und unter Gewissheit, dies bereits auf den Schimm-Metern ähnlich hart am Limit betritten zu haben, hoffte ich auf eine entspannte Talfahrt. Doch auch da – Gegenwind und dann schon viel zu früh Absteigen vom Rad, was bisher immer als meine beste Disziplin galt bzw. war, und ich mir doch vorgenommen hatte, Luft für das Laufen über zu haben, um auf deutsch nicht mit Seitenstechen abzu...danken. Daher mit Elan das Rad über die lange Wechselzone abladend schnell die Schuhe aus u an u Helm ab, u schon war der letzte Wechsel vollzogen, die Gott sei dank kühlen ersten Laufmeter führten durch bewaldete kühle Luft. Alles wird gut, jetzt nur nicht schlapp machen, denk an einen optimierten Laufstil mit guter Körperhaltung, wollte mir gerade durch den Kopf schießen – und da - als wenn mir einer den Spiegel vor das Gesicht halten wollte, traf ich auf den 2. Sportfotografen der gesamten Rennstrecke, der entweder total unmotiviert selbst war oder erst durch meinen wohl leidenden Gesichtsausdruck beim Näher kommen etwas für mich eher völlig Unerwartetes machte – statt begeistert die Kamera zu zücken u mich anzufeuern wie ein Modell bei einer motivierenden Foto-Session, oder ein Jäger bei der Treibjagd- hing der wortwörtlich schlaff in den Seilen, saß auf seinem Stuhl, die Kamera hing schlaff und unbetätigt über das Standobjektiv nach unten und er sagte entwaffnend ätzend – ohne Drang zum Kameraklick- ganz im Ernst - einfach nur: „Mensch, nicht schlapp machen, daß hier ist doch alles schon für Dich bezahlt!“ Die persönliche Haltungsnote bzw. Wertung als Kopf oder Bauchtreffer war mir egal, es war auf jeden Fall nicht dass, womit ich gerechnet hatte... mein Schweinehund hinter mir sagte aber leise und immer lauter – das geht so nicht weiter. Also nochmals alle Reserven in die Beine nehmend die Schrittfrequenz erhöhend weiter gelaufen. Dabei kamen mir dann endlich ? Oder schon? Die anderen vom TSV entgegen- Ralf war offensichtlich vor mir, aber dann auf einmal noch die Mädels, ja auch Anke litt scheinbar etwas, Daniela erkannte ich in der ersten Begegnung zu spät, Christof motivierte mit Zuruf, (man lief ja die Laufstrecke 2x und begegnete somit einigen Läufern, und man selbst wurde leider auch überholt....) Meine family war dankbarerweise mit angereist u feuerte mich netterweise glorreich gleich an mehreren Stellen an. Bei konstant zu hohem Puls war klar, was eigentlich nicht sein durfte, ich bekam Anfang der 2. Runde … ja verdammt nochmal ….Seitenstechen... erneuter Blick auf die Uhr – die Pace ging auf 6,5 min runter – das ging ja gar nicht....also andere Atemtechnik – kurz Einatmen, lange Ausatmen, Schrittfrequenz runternehmen und Schmerzen wegdrücken- nach ca 1-2 min gelang mir das, nach wenigen Metern Schmerzfreiheit schoss dabei Jonas an mir vorbei – „los Micha, komm!“ sagte er , und ich sagte mir – ja, da geht jetzt wieder was.

Also nahm ich die Beine in die Hand und fing an fast zu sprinten, mit hohem Atemzugvolumen ohne genaue Erkenntnis, wie viele Meter noch vor mir lagen. Mein Sohn Dominik feuerte mich auf der letzten Ecke noch an, ich wollte shake hands machen, er dachte wohl eher, er müsse ausweichen, ... -egal, schließlich lag das Ziel ca 200m vor mir, ich sprintete was das Zeug hielt, 2 Läufer überholte ich noch auf den letzten Metern und kam satte 3 Sekunden nach Jonas ins Ziel. Buff. Völlig ausgepowert, aber trotz all widriger Bedingungen für meinen Körper und Geist auf der Strecke – mit wohltuender Befriedigung, dennoch eine gute Zeit hingelegt zu haben. (1:17:38). Und alles gegeben zu haben, was eben so ging, nach einem Jahr Pause. Es war mein erster Sprint-Tri mit dem TSV Schwarme, 2017 bzw 2016 hatte ich die letzten bzw. ersten privat ohne Vereinszugehörigkeit bestritten.

Kurz vor bzw. nach Auskeuchen registrierte ich die vor mir die bereits erfolgreich eingetrudelten Ralf, Thorsten u Erik in eben dieser Reihenfolge, danach noch Christof u die Damen, angeführt von Daniele und Kerstin( letztere 1 Woche nach olympischer Mitteldistanz in Hannover, Respekt!), dicht gefolgt von Alexandra, Stephan und Anke. Stephan im übrigen hatte trotz Krämpfen beim Neoausziehkampf gebissen, sich zusammengerissen u mit 23:57 min eine bessere Laufzeit als ich hingelegt- alle haben für Ihre Verhältnisse glaube ich alles gegeben u können stolz sein.

Die erste Runde ist somit vollbracht, und wie ich finde, auch die jeweiligen Einzeldisziplinen der TSVler waren einerseits erwartungsgemäß gut und andererseits super gut bis auch Ansporn für das nächste Event. Ralf machte ein Superrennen mit 1:08:40 (nur schlappe 8-10 min nach den besten Männern von allen), die Damen lagen mit 1:21-bis 1:28 alle noch unterhalb von anderthalb Stunden im Gesunden Mittelmaß, und Erik bewies nach phänomenaler Schwimmzeit von 12:49 als 90.er von allen, dass auch das Schwimmen wieder einmal als Einzeldisziplin ein wesentliches Element zum Erreichen des 3.en internen Männertreppchens beim TSV mit einer Endzeit von 1:17:01 bei sowieso routinierten Wechseln darstellt, auch wenn man als Trainer kaum zum eigenen Training kommt!

FAZIT: Wir haben uns als Mixed-Team super geschlagen und belegten im Mannschaftsvergleich den 18. von 28 Plätzen – das war super. Ich kann es kaum erwarten, wieder an den Start zu gehen. Bis dahin werde ich noch etwas das Koppeltraining versuchen zu etablieren und hoffentlich regelmässiger als bisher mit dem Rad zur Arbeit jetten, und mal zwischendurch trotz Arbeit u Verpflichtugen und family zu laufen...auf eine schöne Saison!

   
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