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von Kerstin

Es ist/war schon ein etwas denkwürdiger Tag heute: quasi zwei mögliche „DNF“ wären möglich gewesen, aber so schnell lässt man sich ja nicht entmutigen! Aber von vorne: gegen 09:45 holte Björn mich ab, mein Rad wurde auf dem Fahrradträger verladen und die 2 Stunden Fahrt vergingen bei angeregter Unterhaltung wie im Flug. Hatte es unterwegs einige Schauer gegeben, stiegen wir am Wettkampfgelände im Trockenen aus dem Auto, bekamen dann aber auf dem Weg zur Anmeldung gleich eine erste Ahnung von den Launen der Natur, weil ein Nieselregen-Schauer einsetzte.

Nachdem wir die Unterlagen hatten, sind wir zurück zum Auto, um die Räder, Helme und Startnummernbänder zu präparieren – was sich aufgrund der Feuchtigkeit nicht so einfach gestaltete und Björn sicherte die Rad-Startnummer an der Kettenstrebe mit einem Kabelbinder!? Der Check-in verlief unproblematisch, aber beim Einrichten der Wechselzone stellte sich heraus, dass ich mit dem „Rennrad-Hörnchen-Lenker“ meines Gravel-Rades nicht an den Landesmeisterschaften teilnehmen durfte! Also hieß es umzumelden – gesagt, getan: neue Startnummer(n), Wechselplatz gewechselt und dann ein wenig aufwärmen. Im Rahmen der Wettkampfbesprechung wurde mir dann klar, dass ich durch die Ummeldung ca. 2km Laufstrecke auf der ersten Runde weniger hatte – nur die LM-Teilnehmer liefen einen kleinen Extra-Stich… nachdem sie diesen hinter sich gebracht hatten, ging es auch für uns „Volks-Athleten“ auf die Strecke – alles (noch) bei schönstem Sonnenschein. Die Laufstrecke bestand aus zwei Runden á 2,2km, die über befestigte Wege am Rande eines Kleingarten- und entlang eines Wohngebietes verliefen, mit einigen kleinen, feinen Anstiegen – alles gut machbar.

Die Wechsel auf die Räder liefen unproblematisch und los ging es zunächst leicht abschüssig auf Asphalt und gegen den Wind. Nach ca. 3km ging es dann auf Schotterpisten, „doppelspurige“ Geländewege, zunächst alles noch mit moderaten Anstiegen – nur der Wind hatte zwischenzeitlich ordentlich aufgefrischt und wehte zwar nicht direkt von vorne, sondern eher von der Seite, was es eher noch unangenehmer machte, weil man das Rad schon ordentlich festhalten musste, um nicht umgeweht zu werden.

Helmstedt2Ungefähr auf der Hälfte der Strecke ging es nach einem Rechts-Knick ziemlich unvermittelt in einen fiesen steileren Anstieg: zum Glück hatte ich den Braten gerochen und noch rechtzeitig geschafft, aufs kleine Kettenblatt zu wechseln – kaum auf dem höchsten Punkt angekommen, ging es ein Stück eben weiter, bevor ein weiterer „Stich“ zu bewältigen war… zwischenzeitlich hatte es „zum
Glück“ angefangen zu regnen, so dass wenigstens keine Überhitzung zu befürchten war – was allerdings bei ca. 8°C ohnehin keine wirkliche Gefahr darstellte!
Nach den Anstiegen kam mir Björn schon entgegen, der die anschließende Schleife bereits hinter sich gebracht hatte… bei der sich einige gut zu fahrenden Passage mit zunehmend matschigeren Waldwegen, gespickt mit Holzstücken, abwechselten (bergauf ging es dabei natürlich auch). Schließlich gab es noch ein Stück fast zugewuchterten Single-Trail, bei dem man auch einen Baumstamm übersteigen musste, bevor es wieder Richtung Wechselzone ging: die beiden Anstiege hinunter und dann weiter über Schotterpisten… und bei ca. km13 hat’s mich bzw. meinen Vorderreifen erwischt: ich bin unglücklich auf einen der größeren (und spitzeren) Schottersteine aufgeschlagen und der Reifen verlor zunehmend an Luft – einige Kilometer habe ich mich damit noch über den weichen Untergrund gekämpft, aber als es dann zurück auf den Asphalt ging, war mir das für die Felge doch zu heikel: ich versuchte kurz, zunächst einmal mit Luft nachpumpen Abhilfe zu schaffen, aber aufgrund der nassen, kalten Hände bekam ich noch nicht einmal die Pumpe einsatzbereit, so dass ich gar nicht erst überlegte, den Schlauch zu wechseln – dann musste es die letzten ca. 4km eben zu Fuß weitergehen (schön in Radschuhe natürlich). Also, Hand an den Sattel und im Laufschritt vorwärts – so wurde mir auch nicht kalt! Ein Streckenposten, an dem ich vorbeikam, sagte, dass ich schon die Zweite mit einem Platten wäre (aber dazu später mehr).

Wenigstens hatte es die Sonne wieder durch die Wolken geschafft und das hebt die Stimmung ja immer doch ein wenig. Bei der Absteige-Linie vor der Wechselzone meinte einer der Offiziellen, dass ich ja viel zu früh abgestiegen sei… sehr witzig! Und die Laufkilometer wollten sie mir auch nicht anrechnen.
EHelmstedt1gal, jetzt war ich ja zurück, also rein in die (verregneten) Laufschuhe und nochmal zwei Runden Laufen (immerhin mit passendem Schuhwerk) – beim „Rauslaufen“ kam mir Björn dann wieder Richtung Zieleinlauf entgegen – kurze Zurufe und weiter ging’s. Der zweite Lauf war natürlich langsamer als der erste, aber immer noch recht ordentlich und ich war auch nicht die Letzte, die ins Ziel kam. Wo Björn schon umgezogen auf mich wartete und mir mitteilte, dass ER der andere Athlet mit Plattfuß gewesen ist! Wie blöd ist das denn bitte??? Bei ihm hatte es bereits nach circa halber Strecke das Hinterrad erwischt, aber er ist damit, wenn auch in langsamen Tempo, in die Wechselzone gerollt – während ich von vielen AthletInnen überholt worden bin.

Nach dem Duschen beim Check-out war dann auch der Regen zurück – die Siegerehrung wurde kurzerhand in einen Aufenthaltsraum verlegt, wo es kuschelig eng und warm war. Die Siegerehrung der LM wurde von Wolfgang Mangelsen vom TVN persönlich vorgenommen – die Ehrung für den Volks-Duathlon machte ein Vertreter des Ausrichters… und das Podium
bei den Damen wäre ohne Defekt möglich gewesen: die Zweitplatzierte hatte ich auf dem Rad überholt und wäre, hätte, Fahrkette… es war trotz allem ein toller Wettkampf! Auch wenn ich kurz gedacht hatte, es könnte mein erstes „DNF“ werden: der Kopf und der Körper waren bereit, die Schwäche des Materials zu überwinden #nevergiveup!

Ein plattes Hinterrad, ein plattes Vorderrad... gemeinsam hätten wir wenigstens in vollständiges Set-up gehabt

Ergebnisse:
HelmstedtErgebnisse