von Dirk
Seit 2 Jahren bin ich als Kampfrichter für den TSV Schwarme tätig, und hatte jetzt ein spannendes Wochenende in der Hauptstadt: im Rahmen der „Finals 2022“ fanden dort auch die Deutschen Meisterschaften im Sprint-Triathlon sowie ein Ligatermin der 1. Bundesliga statt.
Da es dort am Samstag schon um 7:30 h die ersten Starts gab, war für uns Kampfrichter auch schon um 6 Uhr Treffen. Leider gab es so früh im Hotel noch kein Frühstück und auch die bestellten Lunchpakete waren nicht da.
Ich wurde auf dem Motorrad auf der Radstrecke eingesetzt und wir trafen uns in der Wechselzone 2 auf dem Platz vor dem Olympiastadion mit unseren Fahrern. Von dort fuhren wir mit den Motorrädern die Strecke zum Schwimmstart am Wannsee. Auf dem direkten Weg sind das 14 km, aber um auf die 20 km Wettkampfstrecke zu kommen wurden noch ein paar Schleifen eingebaut.
Das Schwimmen fand im Strandbad Wannsee statt und gelaufen wurde später auf dem Platz vor dem Olympiastadion (2 Runden á 2,5 km). Die Athleten der Altersklassen starteten in Startgruppen, so dass die Radstrecke übersichtlich und leicht zu kontrollieren war – wie bei einem „normalen“ Triathlon.
Später fuhren wir wieder im Konvoi zurück zum Strandbad und kontrollierten nochmals die Strecke: ein Golf stand mit Warnblinker mitten auf der Straße und niemand war zu sehen!? Also blieb ein Motorrad-Gespann dort stehen, während ein anderes sich aufmachte, um Pylonen zum Absperren zu besorgen; die übrigen 4 Gespanne fuhren weiter zum Start, wo auch die anderen beiden wenig später eintrafen. Des Rätsels Lösung: der Golf war mit leerem Tank liegengeblieben und der Fahrer zu Fuß unterwegs… da kam das Motorrad-Gespann zu Hilfe und nach dem Auffüllen des Tanks aus dem Benzinkanister war der Wagen ruck zuck von der Strecke gefahren.
Um 10:15 Uhr war dann Start für die 1. Bundesliga und DM der Frauen Elite: 750 m Schwimmen und 20km Rad mit Windschattenfreigabe.
Es fuhren 2 Motorräder 500 m vor dem Feld und jeweils eines mit dem ersten und zweiten Pulk mit. Ich fuhr als Dritter mit dem Feld los und wurde unterwegs vom 4. Motorrad überholt. Also fuhr ich knapp hinter den 4 Pulks als Letzter.
Wenn die Frauen mit 40km/h und 20 cm Abstand zur Vorder- bzw. Nebenfrau fahren, ist das schon spannend.
Die Strecke führte sie zunächst durch die Wechselzone und dann noch eine kleine Runde auf „der großen Runde“ – also ging es auch mit dem Motorrad über den blauen Teppich der Wechselzone. Anschließend mussten sie 2 Runden laufen, um die 5 km vollzukriegen. Um 12.30 Uhr hatte ich dann Feierabend und war froh, dass ich bei 29 Grad die Motorrad-klamotten ausziehen und den Rest des Tages in Spandau genießen konnte.
Am Sonntagmorgen waren dann die Männer dran: da es nur ein Rennen um 10:15 Uhr gab, brauchte ich erst um 8:45h am Olympiastadion sein.
Heute war ich das Führungsfahrzeug und durfte 500 m vor dem Feld herfahren und die Fußgänger warnen. Nach der Durchfahrt durch die Wechselzone konnte ich das Feld sehen, denn auf der 2. Runde kamen sie mir entgegen.
Da die Laufstrecke auch die Radstrecke war, mussten wir noch absperren, und die letzten drei Athleten durften nicht zu Ende Radfahren, denn die Läufer kamen dort schon gleich um die Kurve. Anschließend konnte ich von dort die Laufstrecke beobachten und sehen, wie sich das Feld bei Km 1 bzw. 3,5 auseinanderzog. Um 12:30 Uhr war dann wieder Feierabend und ich saß um 13 Uhr im Zug zurück nach Verden.
Es war mal spannend, die Bundesliga live zu sehen und den ganzen Aufwand zu erleben, der dahintersteckt, inclusive rückwärts auf dem Motorrad sitzender Kameramänner vom Fernsehen.
Als nächstes darf ich beim Triathlon in Hamburg 2 Tage am Rad Auf- & Abstieg stehen.